Die 10 Innovationsspeichen

1. Komplementäre Verkehrsfunktion

Die Verleihstationen werden an verkehrlich interessanten Stellen in unmittelbarer Nähe zu bestehenden ÖPNV-Haltepunkten installiert. Zur Neuerschließung werden außerdem Gebiete, die bisher aufgrund von beengten Straßenverhältnissen oder in Folge zu geringer Nutzerströme nicht angefahren werden konnten, mit Stationen ausgestattet.

2. Lernende Infrastruktur

Die modularen, autarken Fahrradvermietstationen bilden einen Verbund aus Vermietautomat und Fahrradständer. Autark meint hierbei eine autonome Versorgung über Photovoltaikmodule und somit die Unabhängigkeit von festen Stromanschlussmöglichkeiten. Die Stationen können somit flexibel und intelligent im Sinne einer lernenden Infrastruktur nach Bedarf aufgebaut oder erweitert bzw. verkleinert werden.

3. Integration in den ÖPNV über die VDV-Chipkarte

Das Entleihen und die Abrechnung der Entleihvorgänge wird auf der VDV-KA basieren. Die VDV-KA (Kernapplikation) als elektronischer Fahrschein der Zukunft erlaubt eine einfache und sichere Nutzung der Leihfahrräder.

4. Integration aller Stammkunden

Um zeitnah eine kritische Nutzermenge mit diesem neuen System anzusprechen, werden alle Stammkunden mit einer VDV-KA-Chipkarte ausgestattet. Mit dieser Karte können bis zu vier Fahrräder gleichzeitig entliehen werden. Gelegenheitskunden erhalten über die Chipkartenausgabe an den zahlreichen Vorverkaufsstellen im Mainzer Stadtgebiet einen Systemzugang

5. Quellen- und Senkenproblematik entgegenwirken

Die Problematik von tageszeit- und lageabhängigen Auslastungsdefiziten ist mit einem cleveren Tarifsystem lösbar. Zusätzlich erlaubt die modulare Bauweise sowie das Verhältnis von 3 Abstellplätzen auf 2 Fahrräder eine Anpassung im System. Das flächendeckende Netz gewährleistet zudem jederzeit und überall die Möglichkeit, ein Fahrrad zurückgeben zu können. Der Ausgleich weiterer Defizite erfolgt über Verteilungsfahrten durch die MVG.

6. Schließmechanismus und Kofferraumsystem

Zur Entnahme und Rückgabe der Fahrräder wird ein Schließmechanismus für einen einfachen und schnellen Gebrauch entwickelt. Ein Teil der Fahrräder wird mit einem stabilen, wetterfesten Kofferraum ausgestattet sein.

7. Kooperation mit bestehenden ÖPNV-Partnern

Hier möchte die MVG die bereits vorhandenen Beziehungen mit lokalen Partnern über die Vermarktungen der Namen von Fahrradvermietstationen weiter vertiefen. Im bestehenden ÖPNV-Verkehr sind aktuell bereits Haltestellen mit Namensergänzungen, z. Bsp. „Galeria Kaufhof“ anzutreffen.

8. Nutzerfinanzierung des Systems mittels intelligenter Tarife

Die tarifliche Entwicklung im Fahrradverleihsystem strebt einen langfristig nutzerfinanzierten Betrieb an. Die Tarifmodelle werden dazu dennoch nutzerorientiert entworfen.

9. Integration in das bestehende Informationskonzept der MVG

Angestrebt ist eine Datenübertragung in Echtzeit, zum Bespiel in Bezug auf die Ausleihmöglichkeiten und die Aufnahmekapazitäten an den Stationen. Diese erlaubt der Leitstelle der MVG unverzüglich Eingriffe in Abhängigkeit von Nachfrageänderungen im System vorzunehmen. Dem Kunden kann somit eine optimale Nutzung des Fahrradverleihsystems zugesichert werden.

10. Kooperationen und betriebliche Synergien

Das Fahrradverleihsystem wird im Namen der MVG betrieben werden. Hieraus ergeben sich Synergien zu den vorhandenen Strukturen in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Leitstelle, EDV u.v.m.